24. Februar 2016

Hannah Ben – wenn Plagiatoren Leser für dumm halten …

… dann nehmen sie sich einen Kult-Manga nach dem anderen vor und verwursten ihn zu einem illegalen Roman. Womit diese kriminellen Elemente allerdings nicht rechnen – auch Manga-Fans lesen eBooks. Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis bei FairSchreiben die erste Hinweise auf ein mögliches Plagiat eingingen.
Hannah N. Heitmeyer (Alias Hannah Ben) änderte schnell das Cover des eBooks und variierte den Titel  – "Adrian & Florian, Die Jungs von nebenan" – was im Hinblick auf den im Raum stehenden Verdacht, ein weiteres Indiz in Richtung eines möglichen Plagiats war.
Und mit dieser Meldung auf meiner Facebook-Autoren-Seite wurde am 7. Februar das erste bestätigte Manga-Plagiat bekannt:

Das folgende ist das Ergebnis guter Recherche, die einige engagierte Mitmenschen in den vergangenen Tagen geleistet haben.
Die "Autorin" steht übrigens, unter dem Pseudonym Hannah Ben, bei Carlsen unter Vertrag. Pikanterweise ist die Vorlage genau bei diesem Verlag als Manga erschienen.
Und nur für die Akten: Hannah Ben ist Amazon-All Star-Autorin.



"Erwiesenes Plagiat. "Boys next door" von Hannah N. Heitmeyer
Nach Vergleich mit Textstellen und Abläufen, Szenen des Mangas "Boy's next door" von Kaori Yuki, wurden derart viele wortwörtliche Übereinstimmungen gefunden, dass wir von einem Plagiat ausgehen. Der Verlag wurde informiert. (…)"

Der Verlag, in diesem Fall Carlsen, reagierte prompt und postete folgendes Statement in der Impress-Gruppe:
"Da wir es vom Verlag aus nicht vertreten können, eine Autorin zu publizieren, welche die Werke anderer Autoren plagiiert (ob die unseren oder andere), lösen wir den Vertrag zu Hannah Bens Impress-Reihe auf und distanzieren uns entschieden von der Autorin." (Zur Erklärung, Impress ist eine eBook-Reihe von Carlsen)

Diverse Medien berichteten daraufhin über den zweiten spektakulären Plagiatsfall im Self Publsishing – u.a. auch FAZnet.

14. Februar 2016

Das Rätsel der verschwundenen Bücher

Vor drei Wochen hatte ich über die beiden Plagiate von Katja Piel / Cathey Peel berichtet. Schon damals kamen Zweifel auf, ob denn tatsächlich nur zwei Titel nicht aus der Feder der erfolgreichen Amazon-Autorin stammten.
Leider hat sich nach meinem Dafürhalten dieser Verdacht an diesem Wochenende verstärkt.

Bereits kurz nach Bekanntwerden der Plagiate hatte es eine Leserrezension zu Piels Kurzroman "Keine Zeit für die Liebe" gegeben, in der der Verdacht ausgesprochen wurde, dass auch hier ein Plagiat vorliegen könnte. Obwohl ich diesen Titel, auf Grund der Kurzbeschreibung auf meine Liste gesetzt hatte, dachte ich in diesem Fall an ein "Nachtreten".
Gestern wurde die Leserrezension allerdings um einen Kommentar ergänzt und flugs wurde das eBook gelöscht.

Warum "Keine Zeit für die Liebe" gelöscht wurde und warum die sechs Cathey-Peel-eBooks, also die komplette "Coffee to go"-Reihe, ebenfalls bei Amazon verschwunden sind, das kann wohl nur die Autorin selbst beantworten.

Wenn man aber all die Vorfälle zusammenaddiert und sich dann das Impressum von "Keine Zeit für die Liebe" anschaut, dann muss man sich ernsthaft fragen, ob hier jemand agiert hat, der überhaupt kein Unrechtsbewusstsein hat.
Ebenfalls muss man sich fragen ob "Keine Zeit für die Liebe" womöglich eine Art Testballon war, immerhin erschien der Titel bereits im Dezember 2014, und ob dann, als alles ruhig blieb, das Plagiieren das neue Geschäftsmodel der Autorin wurde.
Viele Fragen und Vermutungen, genau wird man es vermutlich nur wissen, wenn jemand einen Textabgleich vornimmt. Die Hinweise, bei der Vorgeschichte der Autorin, weisen m.M.n. allerdings in eine Richtung.
Bildquelle: Amazon.de