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Es werden Posts vom 2016 angezeigt.

… vom großen Jammern und von Fakten – eBook-Piraterie

Seit zwei Tagen macht auf Facebook ein "Kettenbrief" die Runde, in dem in sehr emotionalen Worten an die Leser appelliert wird, keine eBooks von illegalen Seiten downzuloaden.  Es wird behauptet, dass immer mehr Autoren aufgeben würden.  Ob das stimmt mag ich nicht beurteilen. Ich frage mich allerdings, warum man etwas kampflos aufgeben sollte, dass einen als Menschen prägt und das einen großen Raum im Leben einnimmt. Ich bin Autorin und ich bleibe Autorin. So etwas legt man nicht einfach ab und macht stattdessen: "Mimimi, jemand hat mein Buch geklaut, jetzt höre ich auf zu schreiben".  Man kämpft für das, was man liebt und zieht nicht den Schwanz ein.

Zum Nutzen dieser gut gemeinten Appelle möchte ich an dieser Stelle nichts sagen. Der Hohn und Spott, der Autoren in den Foren entgegen schallt, die sich dort äußern, spricht für sich. "Bestenfalls" führen solche Äußerungen zu einem Feature auf der Startseite des jeweiligen Portals und zu massiv erhöhten Downlo…

Aus dem Alltag einer Autorin

"Ja, ich kann vom Schreiben leben", sagt die Autorin Petra Schier, in ihrem lesenswerten Blogbeitrag und beantwortet damit die Frage, die wohl jeder Autor von neugierigen Mitmenschen gestellt bekommt.

Mir kommt es dabei fast so vor, als würde man mit einem Stoßseufzer und einem "leider, nein" rechnen, damit man den klugen Rat, sich doch einen "richtigen Beruf" zu suchen, anbringen kann. 
Autoren, die tatsächlich von ihrem Beruf leben können, sind ein Kuriosum. Neugierige Fragen müssen wir als "Interesse am Autor" hinnehmen. Warum eigentlich?

Petra Schier schreibt dazu auf ihrem Blog: 
Mal ganz ehrlich: Wie würdet ihr euch fühlen, wenn ich (oder besser noch irgendwer, den ihr überhaupt nicht kennt) euch fragen würde, ob ihr von eurem Job leben könnt oder sogar, wie viel ihr denn so im Monat verdient. Würdet ihr das so einfach öffentlich sagen? Ja? Dann gehört ihr aber zu einer Minderheit, denn die meisten von euch würden jetzt wohl geantwortet haben:…

Tolino media und die Umsatzsteuer

Wer regelmäßig Zahlungen von Tolino media erhalten hat, durfte sich heute über reichlich e-mail freuen.
Wie bereits vor einigen Wochen angekündigt, korrigierte der Distributor seine Abrechnungen – statt wie bisher 7% MwSt werden nun 19% ausgewiesen. Für die Umsatzsteuerpflichtigen Autoren wird es eine Nachzahlung geben – die natürlich ans FA abgeführt werden muss.

Thomas Knip hat heute auf seinem Blog dazu einen nützlichen Beitrag über die richtige Vorgehensweise gestellt, den ich gerne hier verlinke: ebooks-pur.blogspot

Coffee-to-Klau, die 2te

Ein kurzer Nachtrag zu meinem gestrigen Blogpost.
Vielen Dank an alle aufmerksamen Leser – in diesem Fall ist "Amazon Kunde" gemeint, der kürzlich folgende Leserbewertung zu "Hochzeit mit Hindernissen" schrieb:
"Ich habe zwei Bücher dieser Reihe im letzten Jahr bei meiner Freundin mitgelesen. (…) Aber bei diesem Buch, dass ich noch sehr gut in Erinnerung hatte,  (…) wurde inzwischen ganz viel geändert (…). Was hat sich die Autorin nur dabei gedacht?"

Man fragt sich in der Tat, was sich die "Autorin" dabei gedacht hat. Und man gar nicht weit suchen, um die Antwort zu finden. Gestern Denise Heft 87, heute Denise Heft 89 – McClure Jones: An jedem Finger einen (What I know about Boys).
"Geändert", bzw. umgeschrieben, wurden übrigens 29.000 Wörter! 
Es wäre wirklich wünschenswert, dass Amazon – und der CORA-Verlag ist auch in der Pflicht, die Rechte seiner Autoren und Übersetzer zu wahren – hier endlich einschreitet. 
Diese "Autorin" d…

Coffee-to-Klau – und noch ein Rätsel wurde gelöst

Der Monat ist noch nicht rum und schon wieder gibt es Unerfreuliches über die Serien-Plagiatorin Katja Piel zu berichten. Im Februar hatte ich über das wundersame Verschwinden mehrerer eBooks und Taschenbücher der ehemals sehr erfolgreichen Self Publisherin berichtet. Unter anderem wurde damals ihre komplette "Coffe-to-Go"-Reihe gelöscht. 
Ein weiterer Titel "Keine Zeit für die Liebe" wurde vor drei Wochen als Plagiat bewiesen. Bereits damals zeichnete sich ab, dass es nicht bei den bisher entdeckten drei Büchern bleiben würde. 
Ohne jetzt zu sehr ins Detail zu gehen, zusammen mit ihrem neuen Titel "Cocktail-to-Go" tauchten vor rund vier Wochen auch die "Coffee"-Bücher wieder auf. Diese Auferstehung haben wir (A-Hörnchen, B-Hörnchen und C-Hörnchen) uns etwas genauer angesehen. 
Eher willkürlich nahmen wir uns "Aufschlag für die Liebe" vor und hatten relativ schnell einen Treffer bei Piels üblicher Quelle, einem Denise-Heftroman: Band 87 -…

Ein Jahr tolino media – Interview mit Patricia Gentner

Vor einem Jahr wurde es mit dem Start von tolino media für Self Publisher ermöglicht, ihre eBooks auch in den Shops der Tolino-Allianz zu vertreiben, ohne über einen der üblichen Distributoren zu gehen. Interessant sind in diesem Zusammenhang nicht nur die Konditionen, die vergleichbar mit KDP sind, sondern auch die Möglichkeiten, Marketingmaßnahmen wahrzunehmen, die in dieser Form i.d.R. nur Verlagskunden vorbehalten waren.

Aus Anlass dieses kleinen Jubiläums führte ich das folgende Interview mit Patricia Genter, die bei tolino media für die Betreuung der Autoren und die Koordinierung von Marketingmaßnahmen zuständig ist. 
Bitte stell Dich kurz vor, was machst Du bei tolino media und wie war Dein beruflicher Werdegang?

Bei tolino media betreue ich Autorinnen und Autoren in ihren Marketingplänen, bei allen Fragen und Anliegen rund ums Thema Selfpublishing. Zuvor war ich bereits bei einem Distributor für die Autoren- und Verlagsbetreuung sowie die eBook-Produktion zuständig. Vor der Bu…

Das Geheimnis der verschwunden Bücher: Keine Zeit für die Liebe

Am 14. Februar berichtete ich über das wundersame Verschwinden mehrerer eBooks und Taschenbücher der ehemals sehr erfolgreichen Self Publisherin Katja Piel.
Piel hatte vier Wochen vor dieser Löschaktion von sich reden gemacht, als sie des Plagiierens überführt worden war und die wohl dämlichste Ausrede aller Zeiten ins Feld führte (nachzulesen hier).
Schon damals geriet der Kurzroman "Keine Zeit für die Liebe" bei einigen Autoren ins Visier. Der Kurztext erinnerte einfach zu sehr an die gängigen Teenager-Heftromane aus den 80er und 90er Jahren. Die Löschung dieses Titels befeuerte diese Vermutung natürlich und so wundert es nicht, dass nach Beweisen gesucht wurde, ob tatsächlich noch ein Plagiat vorlag. Die Suche gestaltete sich jedoch erstaunlich schwierig.
Doch gestern brachte ein Link zu einer Webseite, der mich via PN erreichte, den entscheidenden Hinweis. Der Absender, ich nenne ihn hier mal A-Hörnchen, hatte ebenfalls schon länger vergeblich gesucht. Genauso wie B-Hörn…

Die Dinge beim Namen nennen, darf man das?

Heute habe ich einen Gastbeitrag zu einem wichtigen Thema, das seit einigen Wochen immer wieder die Gemüter in den Sozialen Netzwerken und auf Autoren- und Buchblogs erhitzt.  Vielen Dank, Victoria Suffrage, für diese allgemeinverständlichen Erläuterungen. 
Meinung ./. TatsachenbehauptungIn den letzten Wochen gab es im Hinblick auf die Veröffentlichungen von Plagiaten und deren Verursacher durch ‪FairSchreiben‬ zahlreiche Beiträge und Kommentare, in denen Begriffe wie Unschuldsvermutung, Meinungsfreiheit, Pranger, Verleumdung, Beleidigung etc. gefallen sind. Weiterhin wurde in Frage gestellt, ob eine solche Veröffentlichung zulässig ist.

Zunächst einmal zu den Begrifflichkeiten, hier mit Meinungsfreiheit und Tatsachenbehauptung beginnend:
Als Faustregel bei der Abgrenzung von Meinungsfreiheit und Tatsachenbehauptung gilt, dass eine Äußerung dann eine Tatsachenbehauptung ist, wenn sie entweder wahr oder falsch sein kann. Demgegenüber ist eine Meinung nie wahr oder falsch.
Meinungsäußerunge…

Hannah Ben – wenn Plagiatoren Leser für dumm halten …

… dann nehmen sie sich einen Kult-Manga nach dem anderen vor und verwursten ihn zu einem illegalen Roman. Womit diese kriminellen Elemente allerdings nicht rechnen – auch Manga-Fans lesen eBooks. Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis bei SchreibFair die erste Hinweise auf ein mögliches Plagiat eingingen.
Hannah N. Heitmeyer (Alias Hannah Ben) änderte schnell das Cover des eBooks und variierte den Titel  – "Adrian & Florian, Die Jungs von nebenan" – was im Hinblick auf den im Raum stehenden Verdacht, ein weiteres Indiz in Richtung eines möglichen Plagiats war.
Und mit dieser Meldung auf meiner Facebook-Autoren-Seite wurde am 7. Februar das erste bestätigte Manga-Plagiat bekannt:
Das folgende ist das Ergebnis guter Recherche, die einige engagierte Mitmenschen in den vergangenen Tagen geleistet haben.
Die "Autorin" steht übrigens, unter dem Pseudonym Hannah Ben, bei Carlsen unter Vertrag. Pikanterweise ist die Vorlage genau bei diesem Verlag als Manga erschien…

Das Rätsel der verschwundenen Bücher

Vor drei Wochen hatte ich über die beiden Plagiate von Katja Piel / Cathey Peel berichtet. Schon damals kamen Zweifel auf, ob denn tatsächlich nur zwei Titel nicht aus der Feder der erfolgreichen Amazon-Autorin stammten.
Leider hat sich nach meinem Dafürhalten dieser Verdacht an diesem Wochenende verstärkt.

Bereits kurz nach Bekanntwerden der Plagiate hatte es eine Leserrezension zu Piels Kurzroman "Keine Zeit für die Liebe" gegeben, in der der Verdacht ausgesprochen wurde, dass auch hier ein Plagiat vorliegen könnte. Obwohl ich diesen Titel, auf Grund der Kurzbeschreibung auf meine Liste gesetzt hatte, dachte ich in diesem Fall an ein "Nachtreten".
Gestern wurde die Leserrezension allerdings um einen Kommentar ergänzt und flugs wurde das eBook gelöscht.

Warum "Keine Zeit für die Liebe" gelöscht wurde und warum die sechs Cathey-Peel-eBooks, also die komplette "Coffee to go"-Reihe, ebenfalls bei Amazon verschwunden sind, das kann wohl nur die Aut…

Lektorat? Ja bitte

Kindle Direct Publishing geht ins fünfte Jahr und in schöner Regelmäßigkeit taucht in einer gewissen Facebook-Gruppe und in anderen Foren die Frage nach dem Sinn und Zweck eines Lektorats auf. Profi-Autoren rollen dann für gewöhnlich mit den Augen. Möchtegern-Schreiberlinge erklären mitunter sogar vollmundig, dass sie ihre Texte selbst lektorieren würden, teilweise hält diese Vorgehensweise dann sogar Einzug ins Impressum. Oft gilt auch folgendes als "Lektorat": Man hat die Rechtschreibprüfung drüber laufen lassen oder die Omi hat's gelesen – oder Testleser, doch dazu später mehr.

Nachdem nun Anja Bagus, eine selbstpublizierende Autorin, vor einigen Tagen in einem Blogbeitrag darüber schrieb, warum ein Lektorat kein "Qualitätsmerkmal" für ein Buch sein sollte – der als ziemliches Wischiwaschi geschriebene "Gegen"-Blogpost von Karla Paul folgte kurz darauf
und schon war in den Social Media eine Schlammschlacht im Gange – möchte ich einmal etwas Butter …

Plagiat - Lockruf des schnellen Geldes – Reloaded

Vor rund zwei Wochen bekam ich über Facebook einen Link zu einem Liebesroman geschickt – die Protagonistin würde meinen Namen tragen. Neugierig habe ich auf das Buch geklickt und mir die Kurzbeschreibung angesehen. Als Nächstes sprang mir eine 1-Sterne-Bewertung ins Auge – Überschrift: "Alles geklaut". Die Leserin schrieb weiter, dass sie die Geschichte schon kennen würde und dass nur einige Änderungen  gemacht wurden, wie "Handy eingebaut". Sie nannte auch die vermeintliche Quelle "ein Deniseroman".
Ich muss gestehen, zu diesem Zeitpunkt war ich in keiner Weise misstrauisch. Typische Liebesromane tun sich i.d.R. nicht durch besonders große Raffinesse in Sachen Handlung hervor. Die Leserinnen haben bestimmte Erwartungen, die von den Autoren bedient werden, was ja durchaus legitim ist.
Als dann wenige Stunden später, das eBook gelöscht war dachte ich: ‘Jetzt ist es also schon so weit, dass Amazon Bücher aufgrund einer einzelnen Kundenbewertung löscht.’