27. Mai 2013

Immer diese "krummen Zahlen"...

Wenn ich auf Amazon im Kindle-Shop surfe fallen mir immer wieder die recht absonderlichen Preise bei einigen eBooks auf. Ich weiß dann sofort: hier war eine Self Publisher am Werk.
Aber ist es wirklich sinnvoll sich von den etablierten Verlagen, durch Preise wie z.B. 3,84 oder 2,76, abheben zu wollen?
In meinen Augen sieht das nicht nach Wettbewerbsvorteil aus, sondern schlicht und einfach nach einem SP, der mit der KDP-Eingabe nicht zurecht kommt. Da frage ich mich dann unwillkürlich wie das Produkt dieses Autors als solches beschaffen sein mag, wenn es bereits an so einer kleinen Hürde scheitert.

Woran liegen aber diese "krummen" Preise? Ganz einfach: bei KDP muss man den Netto-Preis seines Titels eingeben. Und dafür muss man wissen, dass Amazon-Europe seinen Firmensitz in Luxemburg hat. In Luxemburg beträgt der Umsatzsteuersatz für eBooks seit Januar 2012 nur 3%. In Deutschland sind es nach wie vor 19%. Daher sind diese Luxemburger 3% bei dem angezielten Verkaufspreis rauszurechnen.
Es gibt im Internet viele nützliche Tools, um den korrekten Nettopreis zu berechnen - sowohl online, als auch über kostenlose Shareware-Programme. Ich nutze bei meinem Mac ein kleines Plug-In für mein Dashboard.
Doch hier habe ich z.B. einen online-Rechner für Euch, bei dem man einen individuellen Steuersatz  eingeben kann: Rechner.

Ein weiterer Grund für einen "krummen Preise" kann übrigens die Kopplung an den Dollar-Preis sein. Hier heißt es bei KDP "Häkchen raus".

Doch warum nutzen Verlage eigentlich nur zwei Preis-Endungen bei ihren eBooks? Das liegt zum einen an der psychologischen Kaufschwelle von 99 Cent, die man auch aus dem Einzelhandel kennt, zum anderen gibt Apple die Preis-Endungen für eBooks vor, die über den eigenen Shop iBooks/iTunes verkauft werden - erlaubt sind übrigens -,49 oder -,99 Euro.

22. Mai 2013

Matting will's wissen - Umfrage zum Thema Self Publishing

Welchen Stellenwert hat eigentlich Self Publishing in der deutschen Buchlandschaft? Ist es so irrelevant, wie der Buchhandel und einige Verlage es gerne hätte - oder ist es inzwischen zu einem nicht ganz unwichtigen Wirtschaftsfaktor geworden?
Die Antwort auf diese- und noch andere spannende Fragen möchte Matthias Matting ganz genau wissen. Dazu will sich der Journalist und Sachbuchautor einen möglichst umfassenden Überblick verschaffen und hat zu diesem Zweck einen Fragebogen auf seine Self Publisher Bibel gestellt.  
Je mehr Self Publisher sich an der Umfrage beteiligen, um so genauer wird das Ergebnis ausfallen. Daher bitte ausfüllen und Link teilen, denn schließlich möchten wir alles gerne wissen, was es mit SP so auf sich hat. Vielen Dank.

18. Mai 2013

iBooks: Verkaufsrang und Charts

Wer seine Bücher über KDP einstellt und/oder Author Central nutzt, hat Einblick in Verkaufszahlen und Verkaufsrang. Die anderen Shops sind für den Self Publisher eher Terra Incognita.

Allerdings gibt es mit bookchart.info eine recht nützliche Seite.
Dort kann man über die Suchfunktion über diverse Suchparameter (Titel, Autor, Verlag) seine gelisteten eBooks suchen und bekommt dann angezeigt wann und wie oft der entsprechende Titel in den iBooks-Charts aufgetaucht ist. Die Anzeige ist außerdem nach Ländern, Kategorie, erstes Auftauchen in den Charts, höchste Position und letzte Position in den Charts aufgeteilt.
Leider werden nur Titel angezeigt die in den Ober-Kategorien aufgetaucht sind. Meine SF-Kurzgeschichten, die mit schöner Regelmäßigkeit in den Top 5 vertreten sind, werden z.B. nicht aufgelistet.

Ein weiterer Menüpunkt sind Top 100 Charts. Auch hier werden zwar nur die Ober-Kategorien berücksichtigt, aber um einen Überblick über den Markt zu bekommen, ist diese Funktion durchaus hilfreich. Über die Startseite geht man zum Menüpunkt "Chart Selector" - dort kann man Land, Genre und Zeitraum auswählen und bekommt dann zu der jeweiligen Auswahl die Top 100 angezeigt.

12. Mai 2013

Selbermachen: Cover im Retro-Style

In meinen letzten beiden Blogposts zum Thema "Cover für SP" ging es um vorgefertigte Cover. Heute möchte ich Euch kurz einen Blog vorstellen, auf dem es eine Link-Liste zu vierzig (!) Photoshop-Tutorials gibt, die Euch zeigen, wie Ihr ein Cover im Retro-Stil erstellen könnt.
Wer also Photoshop auf seinem Rechner hat und, wie ich, eine Vorliebe für Pulp und Vintage Illustrationen hat, wird hier garantiert fündig werden.
Links zu den entsprechenden lizenzfreien Stock-Fotos sind auch dabei - natürlich kann man die Motive nach belieben austauschen und abwandeln.
Die hier ist übrigens einer meiner Favoriten - ich finde, das Motiv passt wunderbar zu einem Noir-Krimi.
gefunden bei: http://www.psdvault.com - ©Claudia Ferreira

5. Mai 2013

Hoch die Tassen: 1 Jahr EDITION DARDARIEE!


Eigentlich wollte ich vor zwei Wochen einen Blogpost zum Thema „zwei Jahre KDP“ geschrieben haben. Doch dann wurde mir bewusst, dass ein Jubiläum anstand, welches für mich persönlich viel wichtiger ist.

Vor genau einem Jahr fuhr ich in die nächst größere Stadt und im dortigen Bürgerbüro wurde ich innerhalb weniger Minuten von der Autorin zur Verlegerin – Autorin blieb ich natürlich trotzdem – doch nun hatte ich einen Gewerbeschein.

Dieser Schritt ermöglichte es mir, günstig ISB-Nummern von der Vergabestelle zu beziehen, um so meine Backlist-Titel auch in anderen Shops veröffentlichen zu können. So ganz en passant eröffnete ich noch einen eigenen Shop – darüber war bereits in einem anderen Blogpost zu lesen.

Ein Jahr später sind, zu den bisher veröffentlichten fünf Romanen, drei Story-Sammlungen, ein Sachbuch und diverse eBook-minis zu meinem „Verlagsprogramm“ dazu gekommen. Zusätzlich habe ich drei Bücher über Create Space veröffentlicht, die demnächst auch außerhalb Amazons erhältlich sein werden.

Damit nicht genug: vor wenigen Wochen habe ich den Schritt von der Selbstverlegerin zur „richtigen“ Verlegerin gemacht. Dies bedeutet, dass in meinem Verlag demnächst Titel von anderen Autoren veröffentlicht werden und  - darüber freue ich mich ganz besonders – im Zuge einer Kooperation mit dem Verleger Joachim Körber, einige ausgewählte Titel aus seinem Verlag als eBooks bei der edition dardariee erscheinen werden, bzw. bereits erschienen sind.

Außerdem wird in den nächsten Wochen der Startschuss zu einer neuen Reihe erfolgen. Mehr dazu wird man dann hier lesen können (bis es soweit ist, wird die Bauphase hinter dem Link auch beendet sein). So und jetzt wird gefeiert!

2. Mai 2013

Recherche: Die Ledercouch und das Mittelalter

Kürzlich entspann sich in einer Facebook-Gruppe eine lebhafte Diskussion um eine Textprobe, die eine Autorin gepostet hatte. Es ging um die Frage, ob es im Mittelalter bereits Tabak gab. Allerdings wimmelte es in dem Text von Anachronismen - es gab dort u.a. ein Wohnzimmer mit einer Ledercouch und kostbaren Teppichen auf dem Fußboden.
Als sich Susanne Pavlovic in die Diskussion einschaltete,  wurden schnell alle Unklarheiten beseitigt, denn Susanne ist nicht nur Lektorin, sondern hat auch Geschichte, mit Schwerpunkt Mittelalter, studiert.
Als ich das las, bat ich sie umgehend um einen Gastbeitrag zum Thema "Recherche für historische Romane". Dankenswerterweise hat sie zugesagt. Hier ist das Ergebnis - viel Spaß beim Lesen!

Auf der Ledercouch ins Mittelalter - warum Recherche nur zu ersetzen ist durch noch mehr Recherche - Soweit sind wir uns vermutlich alle einig: Wer einen Historischen Roman schreiben will, muss sich wirklich gut auskennen. Und zwar nicht nur mit den politischen Hintergründen und großen Ereignissen der beschreibenen Zeit, sondern auch mit dem Alltäglichen. Wann wurde eigentlich die Zigarette erfunden? Waren Wagenräder im zwölften Jahrhundert schon geschraubt oder noch gedübelt? Ab wann gab es eigentlich Trippen (diese Dinger, halb Stelze, halb Plateauschuh, die man sich unter den eigentlichen Schuh schnallte, um dem Straßendreck zu entgehen)? Wiehern Pferde eigentlich tatsächlich ständig, wie im Film, und konnten Ritter im vollen Plattenpanzer mal eben gelenkig vom Pferd hüpfen?