28. November 2012

Sind die Flitterwochen vorbei? Amazon und KDP

Kindle Direct Publishing - für die meisten Self Publisher bietet dieses Angebot des Online-Giganten Amazon eine großartige Plattform, um das eigene Buch zu veröffentlichen. Doch spätestens seit letztem Sommer, als die Verkaufszahlen für mehrere Tage nicht mehr richtig angezeigt wurden, bekamen einigen SP erste Zweifel, ob eine Ausrichtung auf nur einen Anbieter unbedingt ratsam ist.

Es gibt übrigens durchaus Alternativen zu Amazon, doch darüber werde ich zu einem späteren Zeitpunkt einen extra Blogpost machen. Hier geht es um Amazon und das Unbehagen, welches sich unter einigen SP und Kleinverlagen breit macht.

Thomas Knip, Autor und eBook-Verleger (story2go) hat sich auf seinem Blog einige Gedanken zu dem Thema gemacht. Ein sehr lesenswerter Beitrag, wie ich finde.

Liebe Amazone, ich denke ernsthaft an Scheidung ...

Liebe Amazone, sei mir nicht böse, aber ich finde dich nicht mehr so attraktiv wie früher.

Sicher, im Lauf der Jahre schleicht sich die Gewöhnung ein. Das ist in jeder Beziehung eine lauernde Gefahr. Aber bei dir werden mir immer deutlicher die Charakterzüge bewusst, die mich an dir stören. Und andere Mütter haben auch hübsche Shops, weißt du? 

Da ist zuerst dein 35/70-Auszahlungsmodell. Viele denken gar nicht mehr daran, dass du zur Anfangszeit von KDP (damals noch DTP) durchgehend nur (ja: nur) 35% ausgezahlt hast. Vom Nettopreis. Mehr war nicht drin. Natürlich war das mehr als die US-Verlage ihren Midlist-Autoren ausgezahlt haben. Und deshalb haben diese Autoren auch gejubelt.

Aber ich kenne deutsche eBook-Shops, die seinerzeit schon mehr ausgezahlt haben. Und bei einem von ihnen bin ich bis heute zufriedener Partner. (...) weiterlesen

27. November 2012

"Humble Bundle" und die Buchpreisbindung

Als Self Publisher spitzt man immer die Ohren, wenn es um neue, interessante Vermarktungsmöglichkeiten geht. So ging es mir kürzlich, als ich von den so genannten "Humble Bundles" erfuhr. Die Idee kommt aus den USA und ist vergleichbar mit dem Modell einiger Restaurants - der Gast legt den Preis für das verspeiste Mahl selbst fest. Bei dem "bescheidenen Bündel" geht es darum, dass der Leser den Preis für ein Buchpaket ebenfalls selbst bestimmt.

Als ich heute Vormittag den Newsletter eines Anbieters erhielt, in dem die Einführung des "Humble Bundles" für deutsche Leser vorgestellt wird, habe ich mal etwas genauer nachgeforscht, wie das wohl funktionieren könnte. Schließlich gibt es in Deutschland die Buchpreisbindung.

Auf Nachfrage wurde mir vom Anbieter gesagt, dass die Titel als Sondereditionen gekennzeichnet seien. Und das Titel von Self Publishern ja eh nicht der Buchpreisbindung unterliegen würden. Dazu wurde auf folgenden Artikel verwiesen. Die Diskussion ist nicht neu und die Rechtsabteilung des Börsenvereins hat dazu auch eine Meinung - und auch zu "Humble Bundles", wie ich durch ein Gespräch mit der Rechtsabteilung erfahren konnte. Hier die Zusammenfassung.

Punkt 1 "Sonderedition und Humble Bundle" folgendes Zitat: Der Verlag muss seiner Pflicht zur Festsetzung eines Preises nachkommen. Auch bei Sondereditionen, Buchpakten etc. hat eine Festsetzung des Preises durch den Verlag zu erfolgen und NICHT durch den Käufer.

Punkt 2 "Self Publisher unterliegen nicht der Buchpreisbindung". Dazu sagt die Rechtsabteilung des Börsenvereins, dass es sich hierbei um eine Regel handelt, die aus der Zeit von vor KDP etc.. stammt. Wer seine Bücher einer großen Käuferschicht zur Verfügung stellt, also seine Titel über Amazon und andere Plattformen vertreibt, ist verlegerisch tätig.

Im Klartext: Der Börsenverein geht davon aus, dass "Humble Bundles" nicht erlaubt sind, da sie seiner Auffassung nach mit dem Buchpreisbindungsgesetz kollidieren.

23. November 2012

Werbung über die Sozialen Netzwerke, aber wo?

Präsenz in den Sozialen Netzwerken zeigen, ist das kleine 1x1 des Self Publishing. Doch wo erreiche ich die meisten User - auf Facebook, Twitter, google+ oder doch mit meinem eigenen Blog?

Eine online-Studie von ARD/ZDF hat das jetzt untersucht und in einer übersichtlichen Grafik aufgeschlüsselt. Hier geht es zur Seite: ard-zdf-onlinestudie

17. November 2012

Tipp Nr. 8: Was ist eigentlich eine ISBN...

...und brauche ich die für mein eBook?

Jein. Wenn ihr eurer eBook nur bei Amazon anbieten wollt, benötigt ihr keine ISBN* - wobei es noch andere Shops gibt, auf die das zutrifft.
Amazon vergibt eine so genannte ASIN*, das ist eine Produktnummer, die alle Angebote bei Amazon bekommen - egal ob Waschmaschine, Katzenkratzbaum oder eBook.

Es gibt auch Distributoren, wie z.B. Smashwords, die gratis ISB-Nummern vergeben. Allerdings ist die ISBN an den Anbieter gebunden und wenn ihr nicht mehr mit ihm zusammen arbeiten wollt, ist die Nummer weg.
Gleiches gilt übrigens auch bei dem Amazon-Partner für gedruckte Bücher: Create Space. Wenn ihr mit diesem Anbieter veröffentlicht, bekommt ihr ebenfalls eine kostenlose ISBN, die aber an CS gebunden ist und nach der Veröffentlichung auch nicht mehr einfach getauscht werden kann.

Übrigens kann sich später immer noch einen ISBN holen, wenn man merkt, dass man sie doch noch benötigt. Wobei die ISB-Nummer nicht nur an den Titel gebunden ist sondern auch an das Format.
Wer seine Verlagsbücher also als epubs veröffentlichen möchte, weil er die Nebenrechte behalten hat, muss für die epub-Ausgabe eine neue ISBN verwenden.
Ich will euch natürlich nicht vorenthalten, wo ihr eine ISBN bekommen könnt: Bei der Agentur für Buchmarktstandards.
Die Agentur sitzt in Frankfurt/Main und sie unterscheidet zwischen zwei "Verlegertypen":


Das eine sind (Selbst-)Verlage oder eben auch Self Publisher mit einem oder zwei Titeln. Bedingungen für (Selbst-)Verlage mit absehbar einmaliger Verlagsproduktion.
Das andere sind Verlage mit einer Gewerbeanmeldung, die ein laufendes Programm haben und ISBN in größerer Stückzahl benötigen. Die genauen Konditionen erfahrt ihr hier: Bedingungen für Verlage mit fortlaufender Verlagsproduktion
Solltet ihr planen, mehrere Bücher zu veröffentlichen und wollt ihr vielleicht mit euren Titel über einen Distributor in die Shops gehen, lohnt sich unter Umständen der Weg zum eigenen Verlag. Und die ISB-Nummern sind für einen Verlag auch um ein vielfaches günstiger.

Demnächst werde ich übrigens ausführlich darüber berichten, wie man als Self Publisher zum Verlag wird, und was dabei zu beachten ist.

*ISBN: International Standard Book Number 
*ASIN: Amazon Standard Identification Number

13. November 2012

Tipp Nr. 7: Mit dem eigenen Buch zu Thalia, Weltbild & Co

Wie schaffe ich es als Selfpublisher, dass meine Bücher auch bei den bekannten deutschen eBook Shops gelistet werden - geht das überhaupt?

Genau diese Frage habe ich mir auch gestellt, als ich mich im Frühjahr ernsthaft mit dem Gedanken beschäftigte, welche Möglichkeiten ich als Autorin noch hätte, um meine Bücher möglichst vielen Lesern zugänglich zu machen. Bei meinen Recherchen im Internet stieß den Begriff „Aggregator“. Ich erfuhr, dass es sich dabei um Dienstleister handelt, die digitale Inhalte über das Internet vertreiben, nicht als Direktverkäufer sondern als Zwischenhändler. Durch einen Aggregator, oder auch Distributor, kommt man unter Umständen als Self Publisher auch in die Shops, die einem sonst verwehrt sind. Am bekanntesten ist vermutlich Smashwords, das besonders gerne von US-Autoren genutzt wird. Kein Wunder, die Firma ist in den USA.

Ich wollte jedoch, dass meine Titel von jemandem vor Ort vertreten werden, weil ich gerne einen Ansprechpartner im Land gehabt hätte, der sich außerdem auf dem deutschen eBook-Markt auskennt. Das war der erste Punkt auf meiner Liste. Punkt 2, ich wollte nach Möglichkeit im Vorfeld keine Kosten haben, da ich ja nicht wusste, ob sich meine Bücher so verkaufen würden, wie ich es mir erhoffte. Zwei große deutsche Anbieter konnte ich wegen Punkt 2 ausschließen. Um den passenden Aggregator zu finden, musste ich dann nicht mehr lange suchen. Tatsächlich ist die Firma Kontor New Media in meiner alten Heimat, Hamburg, ansässig.

9. November 2012

Tipp Nr. 6: Günstige Cover-Motive im Internet finden

Einige Tipps, was beim Erstellen eines Covers zu beachten ist, habe ich euch ja bereits gegeben. In diesem Post erkläre ich euch, wo und wie ihr günstig an eine passende Illustration oder ein Foto kommt. Das ihr euch nicht einfach ein hübsches Bild aus dem Web laden könnt, muss ich hoffentlich nicht extra erwähnen, oder? Sofern es sich bei dem Bild nicht um ein cc Motiv handelt macht ihr euch nämlich sehr schnell strafbar. Und selbst bei Motiven mit einer creative commons-Lizenz gibt es einiges zu beachten.

Was ihr dazu braucht ist ein Anbieter für so genannte lizenzfreie Stock-Fotos  - Stock bedeutet, dass die Fotos aus dem Archiv eines Fotografen stammen und keine Auftragsarbeiten sind.
Es gibt lizenzpflichtige und lizenzfreie Fotos. Ihr wollt letztere, weil sie für einen geringen Festpreis zu bekommen sind. Allerdings ist die Nutzungsart eingeschränkt, oft steht da "nur zur redaktionellen Nutzung". Aber das ist für eure Zwecke völlig ausreichend, den schließlich sucht ihr ein Titelbild für euer Buch und wollt keine Bilder auf T-Shirts drucken lassen, um sie anschließend zu verkaufen.

Was ihr aber keinesfalls vergessen dürft: Den Urheber im Impressum eures Buches zu nennen - also den Namen des Fotografen oder Illustrators, der das Bild gemacht hat. Manchmal muss auch noch die Webseite mit genannt werden, von der ihr das Bild runter geladen habt. Die genauen Konditionen stehen neben dem Bild oder in den Nutzungsbedingungen der Plattform. Ihr braucht den Namen des Urhebers nicht vorn auf das Cover zu schreiben. Der richtige Platz ist immer das Impressum! (Was sonst noch ins Impressum gehört, könnt Ihr in meinem Ratgeber nachlesen).

3. November 2012

Tipp Nr. 5 - Buchpreisbindung und eBooks

Was versteht man eigentlich unter der Buchpreisbindung, und gilt die auch für eBooks? 



Wikipedia meint zur Buchpreisbindung folgendes: Die Buchpreisbindung ist die gesetzliche oder vertragliche Auflage, für bestimmte Produkte eine festgelegte Preisbindung einzuhalten. Sie verpflichtet Verlage beziehungsweise Buchimporteure, einen Verkaufspreis festzusetzen, der dann für alle Verkäufer verbindlich ist.

Was bedeutet das nun für eBooks und Self Publisher?


Ganz einfach: Euer eBook muss in Deutschland überall zum gleichen Preis verkauft werden. Das hat der Börsenverein des deutschen Buchhandels bereits 2008 in einer offiziellen Erklärung festgestellt. Eine Zuwiderhandlung ist eine Gesetzesübertretung und wird dementsprechend geahndet. Auf gut deutsch gesagt: Ihr bekommt richtig Ärger.


Was die Buchpreisbindung indes nicht verbietet, ist den Verkaufspreis anzupassen. Wenn ihr also feststellt, dass sich euer Buch zu dem ausgezeichneten Preis nicht so verkauft, wie ihr euch das vorgestellt habt, könnt ihr den Preis anheben oder senken. Das sollte allerdings maßvoll geschehen und nicht  planlos.

Damit meine ich: Nicht im Wochentakt den Preis ändern, damit verärgert ihr nur eure Leser. Auch sollte die Preisgestaltung im vernünftigen Rahmen erfolgen. Wer den Preis für sein 99c Buch plötzlich auf 3.99 oder noch höher anhebt, muss mit Einbrüchen bei den Verkaufszahlen rechnen. Hilfreich ist, wenn ihr den Käufern, zusammen mit dem Preisanstieg, eine Verbesserung des Produktes anbietet. Das kann z.B. ein neues Cover, oder ein ergänzter bzw. überarbeiteter Inhalt sein.

Auch eine Preissenkung kann unter Umständen problematisch sein. Wenn das Buch plötzlich merklich billiger angeboten wird, fragt sich unter Umständen ein aufmerksamer Käufer, warum das so ist. Verkauft sich das Buch etwa so schlecht, dass der Autor es verschleudern muss?

Mein Rat: Überlegt euch vorher, was euer Buch kosten soll. Zieht Vergleiche zu ähnlichen Titeln und beobachtet wie die sich verkaufen. Außerdem, wenn ihr noch keine treue Fanbase habt, solltet ihr euren Marktwert realistisch einschätzen.

Und ganz wichtig - Buchpreisbindung! – wenn ihr euer Buch nicht nur über Amazon anbietet, müsst ihr den Preis zeitgleich in allen anderen Shops anpassen. Das dies technisch nicht immer möglich ist, weil es bei unterschiedlichen Anbietern zu Verzögerungen kommen kann, bis der neue Preis online ist, wird euch allerdings nicht angelastet werden.

Die Richtigkeit der Informationen, welche die Buchpreisbindung betreffen, wurde mir von der Rechtsabteilung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels bestätigt.