13. September 2016

Aus dem Alltag einer Autorin

"Ja, ich kann vom Schreiben leben", sagt die Autorin Petra Schier, in ihrem lesenswerten Blogbeitrag und beantwortet damit die Frage, die wohl jeder Autor von neugierigen Mitmenschen gestellt bekommt.

Mir kommt es dabei fast so vor, als würde man mit einem Stoßseufzer und einem "leider, nein" rechnen, damit man den klugen Rat, sich doch einen "richtigen Beruf" zu suchen, anbringen kann. 
Autoren, die tatsächlich von ihrem Beruf leben können, sind ein Kuriosum. Neugierige Fragen müssen wir als "Interesse am Autor" hinnehmen. Warum eigentlich?

Petra Schier schreibt dazu auf ihrem Blog: 

Mal ganz ehrlich: Wie würdet ihr euch fühlen, wenn ich (oder besser noch irgendwer, den ihr überhaupt nicht kennt) euch fragen würde, ob ihr von eurem Job leben könnt oder sogar, wie viel ihr denn so im Monat verdient. Würdet ihr das so einfach öffentlich sagen? Ja? Dann gehört ihr aber zu einer Minderheit, denn die meisten von euch würden jetzt wohl geantwortet haben: „Das geht dich gar nichts an!“
Von uns Autoren erwartet man aber offenbar, dass wir bereitwillig unsere finanzielle Lage in der Öffentlichkeit darlegen. Ich weiß nicht, wie oft mir die Frage „Können Sie denn davon leben?“ bereits gestellt wurde. (weiterlesen) 

13. Juli 2016

Tolino media und die Umsatzsteuer

Wer regelmäßig Zahlungen von Tolino media erhalten hat, durfte sich heute über reichlich e-mail freuen.
Wie bereits vor einigen Wochen angekündigt, korrigierte der Distributor seine Abrechnungen – statt wie bisher 7% MwSt werden nun 19% ausgewiesen. Für die Umsatzsteuerpflichtigen Autoren wird es eine Nachzahlung geben – die natürlich ans FA abgeführt werden muss.

Thomas Knip hat heute auf seinem Blog dazu einen nützlichen Beitrag über die richtige Vorgehensweise gestellt, den ich gerne hier verlinke: ebooks-pur.blogspot

30. April 2016

Coffee-to-Klau, die 2te

Ein kurzer Nachtrag zu meinem gestrigen Blogpost.
Vielen Dank an alle aufmerksamen Leser – in diesem Fall ist "Amazon Kunde" gemeint, der kürzlich folgende Leserbewertung zu "Hochzeit mit Hindernissen" schrieb:
"Ich habe zwei Bücher dieser Reihe im letzten Jahr bei meiner Freundin mitgelesen. (…) Aber bei diesem Buch, dass ich noch sehr gut in Erinnerung hatte,  (…) wurde inzwischen ganz viel geändert (…). Was hat sich die Autorin nur dabei gedacht?"

Man fragt sich in der Tat, was sich die "Autorin" dabei gedacht hat. Und man gar nicht weit suchen, um die Antwort zu finden. Gestern Denise Heft 87, heute Denise Heft 89 – McClure Jones: An jedem Finger einen (What I know about Boys). 
"Geändert", bzw. umgeschrieben, wurden übrigens 29.000 Wörter! 
Es wäre wirklich wünschenswert, dass Amazon – und der CORA-Verlag ist auch in der Pflicht, die Rechte seiner Autoren und Übersetzer zu wahren – hier endlich einschreitet. 
Diese "Autorin" denkt ja anscheinend nicht im Traum daran, die Bücher offline zu nehmen. Da muss wohl jeder Cent aus den ahnungslosen Lesern rausgequetscht werden. 

Was ich übrigens in diesem Zusammenhang recht interessant finde: Band 1 von Piels "Kuss der Wölfin"-Reihe wurde nach der VÖ im Jahr 2011 umgeschrieben, so O-Ton die Verfasserin. 
Zwei Bände (Krieger der Dunkelheit und Orden der Finsternis) der zweiten Staffel wurden vor wenigen Monaten aus dem Verkauf genommen – wobei eine Shortstory (?) umgeschrieben wurde, eine Novelle (?) aber nicht wieder aufgetaucht ist. 
Es wäre sicher spannend, sich frühere Ausgaben dieser drei Titel einmal näher anzusehen. 

edit: Die beiden Venatio-Titel werden nicht mehr gesucht, nur noch "Kuss der Wölfin, die Ankunft" – Erst-Ausgabe von 2011. 
edit 2: Die Frage zu der Ausgabe von 2011 wurde inzwischen schlüssig beantwortet. 



©CORA


29. April 2016

Coffee-to-Klau – und noch ein Rätsel wurde gelöst

Der Monat ist noch nicht rum und schon wieder gibt es Unerfreuliches über die Serien-Plagiatorin Katja Piel zu berichten. Im Februar hatte ich über das wundersame Verschwinden mehrerer eBooks und Taschenbücher der ehemals sehr erfolgreichen Self Publisherin berichtet. Unter anderem wurde damals ihre komplette "Coffe-to-Go"-Reihe gelöscht. 
Ein weiterer Titel "Keine Zeit für die Liebe" wurde vor drei Wochen als Plagiat bewiesen. Bereits damals zeichnete sich ab, dass es nicht bei den bisher entdeckten drei Büchern bleiben würde. 
Ohne jetzt zu sehr ins Detail zu gehen, zusammen mit ihrem neuen Titel "Cocktail-to-Go" tauchten vor rund vier Wochen auch die "Coffee"-Bücher wieder auf. Diese Auferstehung haben wir (A-Hörnchen, B-Hörnchen und C-Hörnchen) uns etwas genauer angesehen. 
Eher willkürlich nahmen wir uns "Aufschlag für die Liebe" vor und hatten relativ schnell einen Treffer bei Piels üblicher Quelle, einem Denise-Heftroman: Band 87 - Judy Baer Du bist hübsch, wenn Du lachst (The Girl inside), hatte als Vorlage gedient.
Beim Abgleich der alten Version mit der neuen stellten wir fest, dass ungefähr 30 Normseiten umgeschrieben worden waren. Allerdings hat die "Autorin" nicht sehr sorgfältig gearbeitet, wie unsere zwei Beispiele recht anschaulich belegen. 
Der CORA-Verlag wurde inzwischen über das nunmehr vierte (!) Plagiat der Frau Piel unterrichtet. Es ist zu wünschen, dass Amazon jetzt auch endlich reagiert. Von Amazon.uk wäre so eine Plagiatorin schon längst auf Lebenszeit gesperrt worden. Hierzulande gibt es stattdessen eine Kindledeal-Promo für eine Fantasy-Reihe.

©CORA-Verlag 

15. April 2016

Ein Jahr tolino media – Interview mit Patricia Gentner

Vor einem Jahr wurde es mit dem Start von tolino media für Self Publisher ermöglicht, ihre eBooks auch in den Shops der Tolino-Allianz zu vertreiben, ohne über einen der üblichen Distributoren zu gehen. Interessant sind in diesem Zusammenhang nicht nur die Konditionen, die vergleichbar mit KDP sind, sondern auch die Möglichkeiten, Marketingmaßnahmen wahrzunehmen, die in dieser Form i.d.R. nur Verlagskunden vorbehalten waren.

Aus Anlass dieses kleinen Jubiläums führte ich das folgende Interview mit Patricia Genter, die bei tolino media für die Betreuung der Autoren und die Koordinierung von Marketingmaßnahmen zuständig ist. 

Bitte stell Dich kurz vor, was machst Du bei tolino media und wie war Dein beruflicher Werdegang?

Bei tolino media betreue ich Autorinnen und Autoren in ihren Marketingplänen, bei allen Fragen und Anliegen rund ums Thema Selfpublishing. Zuvor war ich bereits bei einem Distributor für die Autoren- und Verlagsbetreuung sowie die eBook-Produktion zuständig. Vor der Buchbranche habe ich diverse, kreative Jobs innegehabt.

Ein Jahr tolino media. Wie ist Deine persönliche Bilanz und wo siehst Du noch Entwicklungspotential?

Ich bin noch immer etwas überwältigt, wie schnell alles ging. Ich habe so viele tolle Menschen kennengelernt und gemeinsam mit dem Team wunderbare Projekte gestartet. Ein besonderes Highlight für mich waren die tolino books. Hier haben wir 10 Titel als Printbücher in die stationären Buchhandlungen gebracht und es zeigte sich, dass Selfpublishing auch dort seinen festen Platz haben kann. Den Vorteil der größten deutschen Buchhändler als Partner möchten wir auch in Zukunft ausbauen.
So möchte ich Veranstaltungen vor Ort mit unseren Autorinnen und Autoren planen.
Am meisten freue ich mich immer noch über die Erfolge unser Autorinnen und Autoren, deren Werke immer wieder in den tolino eBook Bestsellern stehen. Dies ist natürlich harte Arbeit, aber es lohnt sich. Daher schaffen wir in den Onlineshops kontinuierlich neue Werbemöglichkeiten für Indie-Bücher.
Aktuell haben wir z.B. ein spezielles Marketing-Paket für Neuerscheinungen, wodurch wir die Autorinnen und Autoren unterstützen möchten, die bereits bestärkt durch ihre bisherigen Erfolge auch ohne KDP Select bei allen Händlern starten möchten.

10. April 2016

Das Geheimnis der verschwunden Bücher: Keine Zeit für die Liebe

Am 14. Februar berichtete ich über das wundersame Verschwinden mehrerer eBooks und Taschenbücher der ehemals sehr erfolgreichen Self Publisherin Katja Piel.
Piel hatte vier Wochen vor dieser Löschaktion von sich reden gemacht, als sie des Plagiierens überführt worden war und die wohl dämlichste Ausrede aller Zeiten ins Feld führte (nachzulesen hier).
Schon damals geriet der Kurzroman "Keine Zeit für die Liebe" bei einigen Autoren ins Visier. Der Kurztext erinnerte einfach zu sehr an die gängigen Teenager-Heftromane aus den 80er und 90er Jahren. Die Löschung dieses Titels befeuerte diese Vermutung natürlich und so wundert es nicht, dass nach Beweisen gesucht wurde, ob tatsächlich noch ein Plagiat vorlag. Die Suche gestaltete sich jedoch erstaunlich schwierig.
Doch gestern brachte ein Link zu einer Webseite, der mich via PN erreichte, den entscheidenden Hinweis. Der Absender, ich nenne ihn hier mal A-Hörnchen, hatte ebenfalls schon länger vergeblich gesucht. Genauso wie B-Hörnchen und ich auch. B-Hörnchen ist übrigens ebenfalls in Besitz des eBooks und hatte mir gesagt, es ginge "um einen Geist". Dieser Umstand war A-Hörnchen und mir neu gewesen, da wir bisher nur nach passenden Klappentexten gesucht hatten.
Der Link entpuppte sich als wahre Goldgrube, denn auf dieser Webseite befanden sich sehr viele Kurztexte zu US-amerikanischen Heftromanen.

4. März 2016

Die Dinge beim Namen nennen, darf man das?

Heute habe ich einen Gastbeitrag zu einem wichtigen Thema, das seit einigen Wochen immer wieder die Gemüter in den Sozialen Netzwerken und auf Autoren- und Buchblogs erhitzt.  Vielen Dank, Victoria Suffrage, für diese allgemeinverständlichen Erläuterungen. 


Meinung ./. Tatsachenbehauptung

In den letzten Wochen gab es im Hinblick auf die Veröffentlichungen von Plagiaten und deren Verursacher durch ‪FairSchreiben‬ zahlreiche Beiträge und Kommentare, in denen Begriffe wie Unschuldsvermutung, Meinungsfreiheit, Pranger, Verleumdung, Beleidigung etc. gefallen sind. Weiterhin wurde in Frage gestellt, ob eine solche Veröffentlichung zulässig ist.

Zunächst einmal zu den Begrifflichkeiten, hier mit Meinungsfreiheit und Tatsachenbehauptung beginnend:
Als Faustregel bei der Abgrenzung von Meinungsfreiheit und Tatsachenbehauptung gilt, dass eine Äußerung dann eine Tatsachenbehauptung ist, wenn sie entweder wahr oder falsch sein kann. Demgegenüber ist eine Meinung nie wahr oder falsch.
Meinungsäußerungen unterlegen dem Schutzbereich des Art. 5 Abs. 1 2. 1 GG.
Unter den Schutz der Meinungsfreiheit fallen nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts aber nicht nur Werturteile und Meinungen, sondern auch Tatsachenbehauptungen, wenn und soweit sie zur Bildung von Meinungen beitragen (vgl. BVerfGE 85, 1 <15>)